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Vom Kastenbier zur Einmachmaschine: Lokaler Händler ersetzt Getränkemarkt durch Spezialabteilung

11. Mai 2026

Getränkemarkt schließt wegen Personalwechsel, Laden wandelt Sortiment um

Friedrichshafen • Unterraderach

Ein unerwarteter Personalwechsel hat in Unterraderach das Ende eines Getränkemarkts besiegelt und den Auftakt für ein neues Warenangebot gegeben. Geschäftsführer Michael Grossmann begründet die Entscheidung mit der knappen Besetzung: Ein langjähriger Mitarbeiter hat den Betrieb verlassen, Nachfolger standen nicht zur Verfügung. Weil der Mehrweghandel sehr personalintensiv ist, entschied sich das Unternehmen, die Flächen umzunutzen und eine Spezialabteilung deutlich auszuweiten.

Statt Bier, Wasser und Kistenware finden Kundinnen und Kunden nun eine Auswahl an Geräten, Werkzeugen und Aufbewahrungslösungen für das Einmachen, Fermentieren und die heimische Mosterei oder Brennerei. Das Sortiment reicht von Sterilisationsmitteln und Messgeräten über Zuckerwaagen bis hin zu Filtern und speziellen Apparaten für die Endverarbeitung.

Michael Grossmann betont, dass die neue Abteilung nicht nur Waren liefert, sondern auch fachliche Beratung anbietet: «In der Region gibt es viele Hobbyprofis, die sich mit Mosten, Einmachen und Brennerei beschäftigen. Unsere Stärke ist die Kombination aus Spezialsortiment und jahrzehntelanger Erfahrung, die wir an Kunden weitergeben können.»

Die Umstellung sei auch eine Antwort auf den zunehmenden Druck durch den Onlinehandel. Grossmann möchte in seinem Geschäft eine Anlaufstelle schaffen, die eine bewusste Alternative zum anonymen Internetkauf bietet: eine breite Auswahl in einem klaren Nischenfeld, ergänzt um persönliche Beratung, damit Kunden genau das finden, was sie für ihre Projekte benötigen.

Der Schritt kommt zu einem Zeitpunkt, in dem sich das Konsumverhalten verändert. Immer mehr Menschen interessieren sich wieder für das Haltbarmachen eigener Lebensmittel, fürs Fermentieren und für handwerkliche Verarbeitungsschritte. Grossmann sieht darin nicht nur einen Trend, sondern eine nachhaltige Entwicklung: «Viele achten heute nicht nur darauf, was sie essen, sondern wollen es in Teilen selbst herstellen. Dafür braucht es passende Produkte und verlässliche Beratung.»

Die neue Abteilung im Stammhaus in Unterraderach ist bereits eingerichtet und soll schrittweise erweitert werden. Ob der Getränkemarkt an einem späteren Zeitpunkt in anderer Form neu auflebt, hängt nach Angaben der Geschäftsführung von der Personalsituation und der Nachfrage ab.

Der Bericht stützt eine Nachricht von: schwaebische.de

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