Galeria in Zahlungsverzug bei mehreren Standorten und unter Druck von Vermietern
Galeria bleibt bei Mieten mehrerer Filialen im Rückstand
Der Warenhauskonzern Galeria steht weiterhin in der Kritik wegen ausstehender Mietzahlungen. Mehrere Eigentümer berichteten, dass Zahlungen für März und April nur teilweise oder gar nicht eingegangen seien; für Mai bestehe vielerorts noch immer Rückstand. Die Lage erhöht den Druck auf das Management und nährt Spekulationen über weitere Einschnitte im Filialnetz.
Besonders deutlich ist die Situation am Standort am Alexanderplatz in Berlin, teilte der Eigentümer Commerz Real mit. Die Miete für April und für März sei noch nicht voll bezahlt worden, die Forderungen für Mai blieben offen. Commerz Real betonte, man suche nach Lösungen, sondiere aber auch Alternativen und forderte zugleich gröÃere Betreiberverantwortung bei Instandhaltung und dringend notwendigen Renovierungen.
Galeria habe in den Gesprächen mit Mietern erklärt, dass Schwankungen in der Liquidität die Ursache seien und dass man um Stundungen gebeten habe. Nicht alle Vermieter hätten solche Bitten akzeptiert; in einigen Fällen seien Zahlungen während Verhandlungen vorübergehend gestoppt worden, sollten aber nachgeholt werden. Aus Unternehmenskreisen verlautete, dass Galeria gleichzeitig Gespräche über einen neuen Großkredit führt, um Liquiditätsspielräume zu schaffen.
Die Kette beschäftigt rund 12 000 Menschen und betreibt derzeit 83 Warenhäuser. Analysten und Vermieter erwarten signifikante strategische Investitionen in die Modernisierung des Einzelhandelskonzepts, um Kundenstrom und Ertrag in den Innenstädten zu stabilisieren. Ohne solche Mittel könnten sich die Probleme weiter zuspitzen.
Schon im März hatte Galeria angedeutet, Mietverträge für acht Standorte neu verhandeln zu wollen; KomplettschlieÃungen wurden nicht ausgeschlossen. Betroffene Standorte, die im Zusammenhang mit Umstrukturierungen genannt worden sind, reichen von München über Berlin bis nach Köln, Mannheim, Braunschweig und Aschaffenburg. Nach einer dritten Insolvenz innerhalb von vier Jahren Anfang 2024 und zahlreichen StandortschlieÃungen im Sommer 2024 gehört Galeria inzwischen neuen Investoren, darunter eine US-Investmentgesellschaft und eine Beteiligungsfirma des Unternehmers Bernd Beetz.
Vermieter fordern nun mehr Klarheit und Tempo bei Instandsetzungsarbeiten sowie konkrete Konzepte für die Modernisierung der Flächen. Für viele Innenstädte steht nicht nur das Schicksal einzelner Warenhäuser auf dem Spiel, sondern die Frage, wie attraktiv und lebendig EinkaufsstraÃen in Zukunft bleiben können.

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