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Neue Tarifrunde im Handel: Verdi fordert deutliches Lohnplus, HDE mahnt Risiko für Arbeitsplätze an

04. März 2026

Handelsbeschäftigte fordern spürbares Lohnplus

Berlin. Die neue Tarifrunde im Handel beginnt in einer angespannten Atmosphäre: Die Gewerkschaft Verdi verlangt Einkommenszuwächse deutlich über der aktuellen Inflationsrate, um die Kaufkraft und die soziale Absicherung vieler Beschäftigter zu stärken. Bei einer Sitzung regionaler Tarifkommissionen in Kassel machte Bundesvorstandsmitglied Silke Zimmer deutlich, «Die Arbeitgeber müssen nachbessern. Ein Einkommen, von dem die Beschäftigten leben können, ist dringend geboten.»

Verdi verweist auf rund 5,2 Millionen Menschen, die hierzulande im Handel arbeiten, davon etwa 3,4 Millionen im Einzelhandel. Nach Einschätzung der Gewerkschaft liegen die Durchschnittslöhne im Handel deutlich unter dem Niveau der Gesamtwirtschaft, was langfristig die Gefahr von Altersarmut für viele Beschäftigte erhöhe. Die Bezirke wollen ihre konkreten Forderungen im März veröffentlichen, derzeit läuft noch eine Befragung der Beschäftigten als Grundlage für die Verhandlungen.

Die Gespräche starten in verschiedenen Tarifgebieten im April: In Hamburg und Nordrhein-Westfalen beginnen die Verhandlungen am 24. April, in Rheinland-Pfalz am 28. April. Verdi nennt bislang keine konkreten Prozentzahlen und orientiert sich nach eigenem Bekunden an Abschlüssen anderer Branchen.

Arbeitgeber warnen vor Beschäftigungsverlusten

Die Arbeitgeberseite rief vor Beginn der Runde zur Zurückhaltung auf. Der Handelsverband Deutschland sieht angesichts schwieriger wirtschaftlicher Rahmenbedingungen «dieses Mal keinen Spielraum» für hohe Abschlüsse und warnt, dass überzogene Forderungen zu Jobabbau führen könnten. Hintergrund sind nach Angaben des Verbands steigende Betriebskosten und unsichere Konsumaussichten, die die Spielräume der Unternehmen einschränken.

Analysten und Branchenakteure erwarten harte Verhandlungen, die regional unterschiedlich verlaufen dürften. Für viele Beschäftigte geht es nicht nur um kurzfristige Lohnzuwächse, sondern um die Frage, wie der Handel seine Beschäftigten langfristig sozial absichern und zugleich Wettbewerbsfähigkeit erhalten kann.

Der Bericht stützt eine Nachricht von: handelsblatt.com

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