Galeria setzt fünf Filialen in Baden-Württemberg auf Prüfstand – Verhandlungen mit Vermietern entscheiden über Zukunft
Warenhauskette prüft Rentabilität von Filialen im Südwesten
Düsseldorf/Stuttgart. Die Warenhauskette Galeria hat angekündigt, bundesweit 33 Standorte auf ihre Zukunftsfähigkeit zu überprüfen. Im Südwesten Baden-Württembergs stehen fünf Filialen besonders im Fokus: Freiburg (Europaplatz), Heilbronn, Mannheim, Offenburg und Singen.
Das Unternehmen nennt vor allem Mietbelastung und Ertragskraft als Auswahlkriterien. Galeria will mit den jeweiligen Vermietern über Konditionen und mögliche Flächenanpassungen verhandeln. Finden sich keine tragfähigen Lösungen, sei die Fortführung der betreffenden Häuser gefährdet, heißt es aus Düsseldorf.
Einige Gespräche mit Vermietern laufen bereits, bei anderen sollen sie zeitnah beginnen. Konkrete Entscheidungen über Schließungen oder Umgestaltungen wurden bislang nicht getroffen; eine Unternehmenssprecherin betonte, dass jeder Standort einzeln und ergebnisoffen betrachtet werde.
Der Konzern steht seit Jahren finanziell unter Druck. Rund 12 000 Beschäftigte arbeiten derzeit für Galeria; in der Vergangenheit führten Insolvenzen, Standortschließungen und Eigentümerwechsel bereits zu zahlreichen Einschnitten im Südwesten. Zuletzt waren im Sommer 2024 mehrere Häuser geschlossen worden, und immer wieder wurde über nicht oder nur teilweise gezahlte Mieten berichtet.
Galeria prüft deshalb neben Verhandlungen auch mögliche Umzüge in geeignetere Immobilien und in Einzelfällen Neueröffnungen. Auch an den übrigen 50 Standorten sollen Gespräche mit Vermietern geführt werden, um die gesamte Ladenstruktur nachhaltig profitabel zu gestalten.
Beschäftigte, Gewerbetreibende und Kommunen blicken angespannt auf die Verhandlungen: Leerstände in zentralen Lagen könnten die Innenstädte zusätzlich belasten und weitere Jobverluste nach sich ziehen. In der Vergangenheit gingen bereits Hunderte Stellen verloren, als Filialen in Esslingen, Göppingen, Heidelberg, Leonberg, Mannheim N7, Pforzheim, Reutlingen und Teilen von Stuttgart geschlossen wurden.
Ob die fünf genannten Häuser in Baden-Württemberg erhalten werden können, hängt nun maßgeblich von den Verhandlungen in den kommenden Wochen ab. Galeria-Geschäftsführer Tilo Hellenbock erklärte «Wir werden jeden Standort einzeln und ergebnisoffen betrachten», verwies aber zugleich auf komplexe wirtschaftliche Rahmenbedingungen, die Entscheidungen verzögern könnten.

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