Tarifabschluss im Einzelhandel sichert spürbare Lohnerhöhungen
Tarifabschluss bringt spürbare Einkommenssteigerungen für den Einzelhandel
Berlin — Für rund 220.000 Beschäftigte im Einzelhandel von Berlin und Brandenburg fällt die diesjährige Tarifrunde mit klaren Einkommenszuwächsen aus. In der dritten Verhandlungsrunde einigten sich die Gewerkschaft Verdi und der Handelsverband Berlin-Brandenburg auf einen mehrstufigen Tarifabschluss, der rückwirkend greift und bis Mitte 2028 gilt.
Die Einigung sieht eine erste Lohnanhebung um drei Prozent vor, die rückwirkend wirkt. Im Jahr 2027 folgt eine weitere Erhöhung um zwei Prozent. Die zeitliche Staffelung unterscheidet sich zwischen den beiden Bundesländern: In Berlin gelten die Anpassungen jeweils einen Monat früher als in Brandenburg.
Konkrete Wirkung für Löhne, Mindeststundenlohn und Auszubildende
- Geltungsbeginn der ersten Erhöhung: Berlin ab 1. September 2026, Brandenburg ab 1. Oktober 2026.
- Zweite Erhöhung: Berlin ab 1. Juni 2027, Brandenburg ab 1. Juli 2027.
- Laufzeit der Tarifverträge: 25 Monate, in Berlin bis Ende Juni 2028, in Brandenburg bis Ende Juli 2028.
Besonders relevant für Niedriglöhner ist die deutliche Anhebung des tariflichen Mindeststundenlohns. In Berlin steigt er rückwirkend ab September 2026 auf 14,20 Euro, im Januar 2027 auf 14,60 Euro und ab Juni 2027 auf 14,90 Euro. In Brandenburg treten die einzelnen Stufen jeweils einen Monat später in Kraft.
Auch Auszubildende profitieren: Ab September 2026 gelten gestaffelte Ausbildungsvergütungen von 1.100 Euro im ersten Jahr, 1.210 Euro im zweiten und 1.340 Euro im dritten Ausbildungsjahr. Ab September 2027 werden diese Sätze auf 1.120 Euro, 1.230 Euro beziehungsweise 1.380 Euro erhöht.
Reaktionen von Gewerkschaft und Arbeitgeberverband
Verdi-Verhandlungsführerin Conny Weißbach wertete das Ergebnis als wichtigen Schritt zur Stärkung der unteren Tarifgruppen und betonte, die Beschäftigten sollten nicht allein von einer Erhöhung des gesetzlichen Mindestlohns profitieren. Nils Busch-Petersen, Hauptgeschäftsführer des Handelsverbandes Berlin-Brandenburg, verwies auf die hohe Belastung vieler Unternehmen und bezeichnete die Abschlüsse als verlässliche Grundlage für die Planung der kommenden zwei Jahre.
Mit dem Abschluss in Berlin und Brandenburg ist die Tarifrunde im deutschen Einzelhandel für dieses Jahr abgeschlossen. Für viele Beschäftigte bedeutet der Abschluss eine deutliche Entlastung im Alltag, vor allem in den niedrigen Lohngruppen.