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Tarifabschluss im Einzelhandel: Gestaffelte Lohnerhöhungen für Berlin und Brandenburg

04. November 2026

Löhne im Einzelhandel steigen in zwei Stufen

Berlin/Brandenburg — Beschäftigte im Einzelhandel in Berlin und Brandenburg erhalten deutlichere Lohnerhöhungen: In der dritten Verhandlungsrunde am 2. November einigten sich der Handelsverband Berlin-Brandenburg und die Gewerkschaft ver.di auf einen Tarifabschluss, der stufenweise höhere Entgelte und eine Anhebung der tariflichen Entgeltuntergrenze vorsieht.

Im Tarifgebiet Brandenburg steigen Löhne und Gehälter rückwirkend zum 1. Oktober 2026 um 3,0 Prozent und zum 1. Juli 2027 um weitere 2,0 Prozent. Der Vertrag läuft 25 Monate bis zum 31. Juli 2028. Die tarifliche Entgeltuntergrenze erhöht sich schrittweise: ab Oktober 2026 auf 14,20 Euro, ab Januar 2027 auf 14,60 Euro und ab Juli 2027 auf 14,90 Euro pro Stunde. Für Berlin gelten die gleichen Beträge jeweils einen Monat früher, also ab 1. September 2026 und ab 1. Juni 2027; die Laufzeit endet dort am 30. Juni 2028.

Auch Auszubildende profitieren: Ab September 2026 betragen die Ausbildungsvergütungen im ersten Jahr 1.100 Euro, im zweiten Jahr 1.210 Euro und im dritten Jahr 1.340 Euro. Ab September 2027 steigen diese Werte auf 1.120 Euro, 1.230 Euro und 1.380 Euro. Nach Angaben von ver.di gilt der Abschluss für rund 220 000 Beschäftigte im Einzelhandel in beiden Tarifgebieten.

Verbandsvertreter betonen Planbarkeit, Gewerkschaft mahnt Zeitverzug an

Nils Busch-Petersen, Hauptgeschäftsführer des Handelsverbandes Berlin-Brandenburg, begrüßte die Einigung als Beitrag zur Planungssicherheit für die Unternehmen: «Mit den Abschlüssen für Berlin und Brandenburg schaffen wir für die Unternehmen in beiden Tarifgebieten verlässliche Rahmenbedingungen. Die Belastungen sind erheblich, zugleich erhalten unsere Unternehmen die notwendige Planungssicherheit für die kommenden zwei Jahre.»

Die Gewerkschaft ver.di wertet das Ergebnis zwar als Fortschritt, kritisiert aber den späteren Zeitpunkt der Erhöhungen gegenüber anderen Bundesländern. Conny Weißbach, ver.di-Verhandlungsführerin für den Einzelhandel in Berlin-Brandenburg, betonte die Bedeutung echter Tariferhöhungen vor allem für die unteren Entgeltgruppen: «Besonders wichtig war uns, dass auch die Kolleginnen und Kollegen in den untersten Entgeltgruppen echte Tariferhöhungen bekommen und nicht lediglich durch die Anhebung des gesetzlichen Mindestlohns mehr Geld haben. Ohne Streiks wäre dies nicht möglich gewesen.»

Kritiker weisen darauf hin, dass vergleichbare Erhöhungsstufen in Hessen und Baden-Württemberg bereits früher greifen, etwa ab Juli 2026 und April 2027. Für Berlin und Brandenburg verschiebt sich der Tarifrhythmus um bis zu drei Monate nach hinten, was von ver.di als Problem bezeichnet wird.

Mit der Einigung ist die Tarifrunde im Einzelhandel bundesweit abgeschlossen; Berlin und Brandenburg waren die letzten offenen Gebiete. Im Großhandel hatten sich die Tarifparteien bereits im September verständigt.

Der Bericht stützt eine Nachricht von: niederlausitz-aktuell.de
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