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Ruhestand ohne Schlussstrich: Warum immer mehr Rentner weiterarbeiten

06. August 2026

Ruhestand ohne Schlussstrich: Viele bleiben aktiv im Arbeitsleben

Berlin — Der Eintritt in die Rente bedeutet nicht mehr für alle das Ende beruflicher Tätigkeit. Aktuelle Daten zeigen, dass sich ein wachsender Teil älterer Menschen in Deutschland auch nach dem Rentenbeginn ein Einkommen dazuverdient oder sich weiter engagiert.

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes hatten 2024 bereits 14 % der 65- bis 74-Jährigen neben der Altersrente einen Job, ein Anstieg gegenüber 13 % im Jahr zuvor. Besonders unmittelbar nach dem Renteneintritt bleiben viele aktiv: Bei den 65- und 66-Jährigen ist fast jede fünfte Person berufstätig, bei den 73- und 74-Jährigen sinkt der Anteil auf rund 8 %.

Arten der Beschäftigung und Arbeitsumfang

Mehr als ein Viertel der arbeitenden Rentner ist selbstständig. Selbstständige investieren nicht selten deutlich mehr Zeit: 28 % geben an, über 40 Stunden pro Woche zu arbeiten. Unter abhängig Beschäftigten trifft das nur auf 8 % zu. Viele Angestellte sind geringfügig beschäftigt; etwa 65 % arbeiten in einem Minijob.

  • Häufige Tätigkeiten sind Verkauf und Einzelhandel, Büro- und Verwaltungstätigkeiten, Hausmeisterdienste sowie Fahr- und Lieferdienste.
  • Daneben sind Sicherheits- und Empfangsdienste, Nachhilfe, freiberufliche Beratung sowie handwerkliche Kleinarbeiten verbreitet.
  • Selbstständige arbeiten oft als Berater, Coaches, Gutachter oder führen kleine Betriebe weiter.

Motivation: Mehr als nur Geld

Bei der Frage nach den Gründen für eine Weiterbeschäftigung nennt rund ein Drittel finanzielle Gründe. Fast ebenso häufig sind jedoch Freude an der Arbeit, der Wunsch nach sinnvoller Beschäftigung sowie soziale Kontakte ausschlaggebend. Bildung spielt eine Rolle: Personen mit höherem Bildungsabschluss nehmen überdurchschnittlich oft eine bezahlte Tätigkeit nach dem Renteneintritt auf.

Die Stimmen aus der Praxis verdeutlichen die Bandbreite: «Mit 74 habe ich noch gearbeitet», berichtet eine Berlinerin und macht deutlich, dass für manchen die Arbeit Teil der Identität und des Alltags bleibt.

Ausblick

Die Zahlen deuten auf einen strukturellen Wandel in der Vorstellung von Ruhestand hin. Für Politik und Sozialpartner stellt sich die Frage, wie Arbeitsmodelle für ältere Menschen gestaltet werden können, damit sie flexibel, sicher und gesundheitsgerecht bleiben. Leserinnen und Leser sind eingeladen, ihre Erfahrungen mit dem Thema zu teilen und darüber zu diskutieren.

Der Bericht stützt eine Nachricht von: berliner-kurier.de
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