München: Traditionsgeschäfte in der Krise – Suckfüll kündigt Räumungsverkauf an, Musikhaus Hieber Lindberg ringt ums Überleben
Zwei traditionsreiche Fachgeschäfte stehen vor existenziellen Entscheidungen
Nach fast einem Jahrhundert hat der Haushaltswarenhändler Suckfüll die schwierige Entscheidung getroffen, sein Geschäft in der Maxvorstadt zu schließen. Der Eigentümer kündigte an, dass ein Räumungsverkauf bevorsteht; ein konkretes Datum wurde bereits festgelegt. Für viele Anwohner und Stammkundinnen bedeutet das Ende eines vertrauten Anlaufpunkts.
Parallel dazu steht das Musikhaus Hieber Lindberg unter erheblichem Druck. Das Fachgeschäft war 2025 umgezogen, doch der Standort in der Sonnenstraße reicht bislang nicht aus, um die wirtschaftliche Lage zu stabilisieren. Trotz aller Anstrengungen gibt es weiterhin Existenzängste bei Inhaberinnen und Mitarbeitenden.
Beide Häuser verkörpern lange gewachsene Handelskultur: Suckfüll gilt seit 94 Jahren als feste Adresse für Haushaltswaren in der Maxvorstadt, Hieber Lindberg als wichtiger Anbieter für Musikerinnen und Musiker in der Innenstadt. Ihr möglicher Wegfall zeigt, wie sich Innenstadtlagen und die Erwartungen an Einzelhandel in den letzten Jahren verändert haben.
Geschäftsführende nennen steigende Kosten, verändertes Kaufverhalten und zunehmenden Wettbewerb als Gründe für die Krise. Kundinnen berichten von Wehmut, viele erinnern sich an persönliche Beratung und die besondere Auswahl, die solche Fachgeschäfte auszeichnet.
Stadtteilbewohnerinnen und Kulturschaffende sehen in den Entwicklungen einen Verlust über rein ökonomische Aspekte hinaus: Es geht auch um Identität, um Orte, an denen Menschen sich begegnen und beratschlagen. Für einige Beschäftigte steht die Frage im Raum, ob es alternative Konzepte oder Förderhilfen geben könnte, um eine Schließung abzuwenden.
Während Suckfüll sich auf den anstehenden Räumungsverkauf vorbereitet, bemüht sich Hieber Lindberg um neue Kundengruppen und Zusammenarbeit mit lokalen Initiativen. Ob diese Maßnahmen ausreichen, bleibt offen. Die mögliche Schließung markiert einen Wendepunkt für die lokale Handelslandschaft und bringt die Diskussion über die Zukunft lebendiger Stadtzentren erneut in die Öffentlichkeit.
Aus München wird erwartet, dass Politik, Stadtverwaltung und zivilgesellschaftliche Akteurinnen Perspektiven erörtern, wie traditionsreiche Fachgeschäfte erhalten werden können, ohne die Marktbedingungen zu verzerren. Für viele bleibt die Hoffnung, dass die Geschichten von Suckfüll und Hieber Lindberg nicht einfach zu Ende erzählt sind.

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