Handelsausbildung in der Krise: Mehrheit der Betriebe findet keine geeigneten Auszubildenden
Mehr als die Hälfte der Handelsbetriebe finden keine geeigneten Auszubildenden
Eine aktuelle Umfrage des Handelsverbands Deutschland zeigt ein alarmierendes Bild für die berufliche Nachwuchssicherung im Handel. Demnach geben mehr als 50 Prozent der befragten Handelsunternehmen an, keine passenden Auszubildenden zu finden. Mangelnde schulische Voraussetzungen und falsche Erwartungen an den Beruf gelten als die mit Abstand wichtigsten Hemmnisse bei der Besetzung von Ausbildungsstellen.
Die Studie, die der HDE im März und April 2026 durchgeführt hat, wertet Angaben von 276 Handelsunternehmen aus ganz Deutschland aus. Obwohl rund 90 Prozent der Betriebe an der betrieblichen Ausbildung festhalten wollen, konnten im Jahr 2025 nur etwas mehr als ein Viertel aller Befragten alle angebotenen Ausbildungsplätze besetzen. Mehr als ein Drittel gab an, keinen einzigen Auszubildenden eingestellt zu haben.
Neben Bildungsdefiziten nennt der Verband auch eine Diskrepanz zwischen Erwartungen junger Menschen und den Realitäten des Handelsalltags. Finanzielle Gründe spielen laut Umfrage eine deutlich geringere Rolle als vermutet. Als Reaktion auf die Lage sprechen bereits etwa 20 Prozent der Unternehmen gezielt junge Menschen mit Migrationshintergrund an, um den Bewerberpool zu verbreitern.
Der HDE warnt, dass anhaltende Besetzungsprobleme langfristig die Leistungsfähigkeit vieler Handelsbetriebe gefährden könnten. Die Ergebnisse unterstreichen den dringenden Bedarf an besserer Vorbereitung junger Menschen auf die Anforderungen im Handel sowie an zielgerichteten Rekrutierungsstrategien seitens der Unternehmen.
Die Umfrage basiert auf den Antworten von 276 Handelsunternehmen aus ganz Deutschland und liefert einen Überblick über die Schwierigkeiten, die der Branche derzeit bei der Ausbildung des Nachwuchses begegnen.

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