Kreis Stormarn verzeichnet im Mai erstes spürbares Plus auf dem Arbeitsmarkt
Arbeitslosigkeit im Mai erstmals wieder deutlich gesunken
Im Mai hat sich die Lage auf dem Arbeitsmarkt im Kreis Stormarn spürbar entspannt. Die Agentur für Arbeit Bad Oldesloe und das Jobcenter Stormarn meldeten 129 weniger Arbeitslose als im April, sodass nun 6.254 Menschen als arbeitslos registriert sind. Die Arbeitslosenquote ging damit um 0,1 Prozentpunkt zurück und liegt jetzt bei 4,6 Prozent.
Im Vergleich zum Vorjahr ist die Lage gemischt: Vor einem Jahr waren im Mai 6.008 Menschen arbeitslos gemeldet, das waren 246 weniger als aktuell, die damalige Quote lag bei 4,4 Prozent. Entscheidend für den Rückgang im Mai war, dass deutlich weniger Menschen, vor allem nach einer Beschäftigung, neu als arbeitslos gemeldet wurden. Das signalisiert, dass Unternehmen in den vergangenen Wochen seltener Personal freigesetzt haben.
Kathleen Wieczorek, Chefin der Agentur für Arbeit Bad Oldesloe, wertet die Entwicklung als erstes deutliches positives Signal nach einer Phase der Stagnation. Sie betont die Bedeutung von Beratung, Vermittlung und Qualifizierung, um Arbeitssuchende nachhaltig in Beschäftigung zu führen.
Mehr sozialversicherungspflichtige Stellen, aber nicht in allen Branchen
Der gemeinsame Arbeitgeber-Service von Arbeitsagentur und Jobcenter verzeichnete im Mai 342 neu gemeldete sozialversicherungspflichtige Stellen, 30 mehr als im April. Insgesamt sind damit 2.026 sozialversicherungspflichtige Stellen im Kreis zu besetzen, ein Anstieg um 37 Stellen oder 1,9 Prozent gegenüber dem Vormonat. Im Jahresvergleich ergibt sich ein Plus von 52 Stellen oder 2,6 Prozent.
Über nahezu alle Branchen hinweg zeigte sich im Mai ein leichtes Stellenplus. Ausnahmen bildeten der Einzelhandel mit 18 weniger zu besetzenden Stellen und das Gesundheits- und Sozialwesen mit neun weniger Stellen im Vergleich zum Vormonat. Insgesamt bleibt der Stellenmarkt stabil, wenn auch unter dem Niveau früherer Jahre. Einflussfaktoren sind die allgemeine wirtschaftliche Lage, die demografische Entwicklung und anhaltender Fachkräftebedarf in vielen Bereichen.
Unterbeschäftigung und Fachkräfte in der Pflege
Die Zahl der Unterbeschäftigten, also aller Personen, die zusätzlich zur Arbeitslosigkeit auf Arbeitssuche sind, liegt aktuell bei 7.814. Die Unterbeschäftigungsquote blieb mit 5,7 Prozent zum Vormonat unverändert; im Mai des Vorjahres betrug sie 5,6 Prozent. In diese Statistik fließen etwa Teilnehmende an Weiterbildungsmaßnahmen, Arbeitsgelegenheiten oder Personen in Integrations- und Berufsmaßnahmen mit ein.
Besonders auffällig ist die Entwicklung in den Pflegeberufen: Rund 5.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte sorgen für die pflegerische Versorgung im Kreis. Fast jede vierte Pflegekraft besitzt inzwischen eine ausländische Staatsangehörigkeit. In den vergangenen fünf Jahren stieg die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Pflegeberufen um 554 Personen oder 12,7 Prozent auf 4.900 (Stichtag 30.06.2025). Der Anteil ausländischer Fachkräfte wuchs seit 2021 um 468 Personen oder 70,4 Prozent auf aktuell 1.133 Beschäftigte, was einem Anteil von etwa 23 Prozent entspricht.
Die Agentur betont, dass zur Stabilisierung der Pflegeversorgung sowohl inländische Potenziale besser erschlossen als auch Fachkräfte aus dem Ausland gewonnen werden müssen.
Die aktuellen Daten wurden von der Agentur für Arbeit Bad Oldesloe und dem Jobcenter Stormarn zusammengestellt und geben einen ersten Hoffnungsschimmer für den regionalen Arbeitsmarkt, insbesondere in und um Bad Oldesloe.

31. Mai
Kreis Stormarn verzeichnet im Mai erstes spürbares Plus auf dem Arbeitsmarkt«Aufatmen im Mai: Arbeitslosenzahl sinkt, Stellen leicht im Plus»
Weiterlesen ⮞

30. Mai
Siegen: Mehr Stellen, aber keine Trendwende auf dem Arbeitsmarkt«Stellen kehren zurück, Vertrauen bleibt brüchig»
Weiterlesen ⮞

29. Mai
Otto verdoppelt Gewinn trotz Umsatzrückgang und kündigt umfassenden Stellenabbau anGewinn steigt, Belegschaft schrumpft: Otto rückt die Bilanz zurecht
Weiterlesen ⮞