Einzelhandel rutscht tiefer: Geschäftsklima im Februar erreicht neuen Tiefststand
Einzelhandelsklima erreicht Tiefststand im Februar
Deutschlandweit, 10.03.2026 — Die Stimmung im deutschen Einzelhandel hat sich im Februar deutlich verschlechtert. Der vom Ifo-Institut ermittelte Geschäftsklimaindex fiel auf minus 27,7 Punkte und markiert damit den tiefsten Stand seit Jahresbeginn. Händler bewerten ihre aktuelle Lage negativer und bleiben in ihren Erwartungen für die kommenden Monate zurückhaltend.
Besonders stark von der Eintrübung betroffen sind Möbelhäuser und Bekleidungsgeschäfte. Diese Branchen verzeichneten eine ausgeprägte Verschlechterung der Stimmungslage. Im Gegensatz dazu zeigten Lebensmittelmärkte und Autohändler leichte Aufhellungen, die jedoch kaum ausreichen, um die allgemeine Abkühlung im Handel zu kompensieren.
Gründe für die Verschlechterung
Marktbeobachter führen die Entwicklung unter anderem auf anhaltende geopolitische Risiken und steigende Energiepreise zurück, die Konsumlaune und Margen belasten. Viele Händler rechnen damit, die Belastungen teilweise über Preiserhöhungen weiterzugeben. Zugleich plant ein größerer Teil der Unternehmen Personalabbau statt Neueinstellungen, was die Lage am Arbeitsmarkt im Handel kurzfristig entspannt, aber die soziale Belastung erhöht.
Sektorale Unterschiede und Ausblick
- Möbel- und Bekleidungshandel: ausgeprägte Skepsis bei Lagebeurteilung und Erwartungen
- Lebensmitteleinzelhandel: leichte Stabilisierung der Lage
- Autohäuser: moderate Aufhellung, aber weiter verhaltener Ausblick
Ifo-Experten betonen, dass der Handel insgesamt pessimistischer auf seine Zukunftsaussichten blickt als andere Wirtschaftsbereiche wie die Industrie, der Dienstleistungssektor oder das Baugewerbe. Ob die momentane Dämpfung nur vorübergehend ist oder in eine längere Konsolidierungsphase mündet, hängt maßgeblich von Energiepreisen, geopolitischen Entwicklungen und der privaten Nachfrage ab.
Für viele Händler steht daher in den nächsten Monaten die Frage im Raum, wie sich Preisstrategien, Personalpolitik und Ladenkonzepte an veränderte Nachfragebedingungen anpassen lassen, ohne Stammkundschaft zu verlieren.

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