Aldi Süd kündigt weitreichenden Abbau in der Digitalsparte an und kürzt Sortiment
Aldi Süd plant tiefen Einschnitt in Verwaltung und Digitalsparte
Der Discounter Aldi Süd hat ein umfangreiches Sparprogramm eingeleitet, das nach Branchenberichten mehr als 1.200 Stellen am Stammsitz und in internationalen Servicebereichen treffen soll. Betroffen sind vor allem die IT- und Digitalfunktionen, zugleich will das Unternehmen das Sortiment an bestimmten Standorten gezielt reduzieren.
Nach Angaben aus internen Kreisen und Branchenmedien will Aldi Süd bis Ende 2027 in mehreren Schritten rund 1.250 Arbeitsplätze abbauen. Am Hauptsitz in Mülheim an der Ruhr, wo knapp 2.000 Menschen beschäftigt sind, sollen bis Ende des kommenden Jahres mindestens 1.200 Stellen wegfallen. Mehrheitlich betroffen sei die internationale Einheit Aldi International Services, in der zentrale IT- und Einkaufsfunktionen gebündelt sind.
Unternehmensvertreter betonten, dass der Abbau überwiegend freiwillig erfolgen solle und Abfindungsangebote geplant seien. Eine offizielle Bestätigung für die Zahlen gab es bislang nicht, das Unternehmen erklärte, sich hierzu nicht weiter äußern zu wollen. Branchenexperten sehen in dem Schritt eine Antwort auf sinkende Konsumlaune, steigende Kosten und Effizienzdruck durch bereits abgeschlossene Softwareumstellungen sowie eine stärkere Auslagerung bestimmter Tätigkeiten.
Hintergrund: Margendruck und veränderte Sortimentsstrategie
Die deutsche Handelsbranche steht unter Druck: Konsumneigung und Kauflaune sind eingebrochen, gleichzeitig steigen Kosten für Logistik und Verpackung. Handelsforscher zufolge machen die Einkaufspreise bei Aldi Süd rund 75 Prozent der Kosten aus, weshalb das Unternehmen derzeit alle Hebel zur Kostensenkung prüft. Neben Personalkürzungen sollen auch etwa 50 Artikel in einzelnen Warengruppen wie Molkereiprodukte, Wurst und Käse aus dem regionalen Sortiment genommen werden.
Fachleute betonen, dass solche Anpassungen Teil einer regelmäßigen Sortimentsbereinigung sind. Ziel sei es, die Kostenführerschaft zu verteidigen und zugleich die operative Effizienz zu erhöhen. Digitale Lösungen und Automatisierung könnten in zentralen Bereichen Produktivitätsgewinne bringen, weniger jedoch in den Filialen selbst.
Folgen für Beschäftigte und Wettbewerber
- Am stärksten betroffen seien Mitarbeitende in internationalen IT- und Digitalfunktionen.
- Der Abbau solle überwiegend über ein Freiwilligenprogramm erfolgen, Kündigungen seien nicht geplant.
- Für den Wettbewerb signalisiere Aldi Süd mit dem Schritt, dass die Grundlage für eine anhaltende Preisführerschaft gesichert werden solle.
Die Ankündigung reiht sich in frühere Sparmaßnahmen ein: Bereits zu Jahresbeginn hatte Aldi Süd mehrere Hundert Stellen in Bereichen wie Buchhaltung, Personal und Einkauf angekündigt. Beobachter erwarten, dass der Konzern in den kommenden Monaten seine Organisationsstruktur weiter verschlankt, um finanzielle Spielräume für die Kernstrategie als Discountanbieter zu erhalten.
Redaktionell verantwortlich, Mülheim an der Ruhr

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