Ältere Bewerber erhöhen Anspruchsnau bei der Jobsuche
Ältere Bewerber erhöhen Anspruchsniveau
In Österreich zeigt eine aktuelle Umfrage deutliche Verschiebungen im Verhalten von Jobsuchenden: Viele Bewerber machen heute schärfere Vorgaben und wählen ihre Angebote gezielter aus. Die Studie von Marketagent im Auftrag von Willhaben, an der 1.000 Personen im Alter von 15 bis 59 Jahren teilnahmen, dokumentiert umfassende Veränderungen bei Erwartungshaltungen und Suchkriterien.
Rund 70 Prozent der Befragten gaben an, ihr Suchverhalten zumindest teilweise verändert zu haben. Besonders ausgeprägt ist diese Entwicklung bei älteren Bewerbern und bei Alleinerziehenden; jüngere Menschen passen ihre Vorstellungen vergleichsweise seltener an. Einkommen, Arbeitszeit und Pendelstrecke zählen zu den zentralen Stellschrauben, an denen viele Stelleninteressierte mittlerweile nicht mehr bereit sind, Abstriche zu machen.
- Gehalt: Etwa zwei Drittel der Befragten sind bei der Vergütung wählerischer geworden.
- Anfahrtsweg und Arbeitsort: Rund 60 Prozent achten stärker auf Lage und Erreichbarkeit des Arbeitsplatzes.
- Arbeitszeiten und Stundenumfang: Frauen zeigen hier im Schnitt eine deutlich höhere Selektionsneigung als Männer.
- Tätigkeitsbereich: 55 Prozent suchen heute gezielter nach spezialisierten Aufgaben, während 35 Prozent ihre Präferenzen nicht verändert haben.
Markus Zink, Head of Jobs bei Willhaben, fasst die Lage zusammen: «Gehalt, Arbeitszeiten sowie Arbeitsort und damit auch der Anfahrtsweg sind klassische Knackpunkte bei der Jobsuche.» Laut der Erhebung sind es vor allem ältere Menschen und Alleinerziehende, die ihre Ansprüche auf dem Weg zum passenden Angebot am stärksten anheben.
Bei den beobachteten Jobangeboten fällt auf, dass 26 Prozent der Befragten eine Zunahme von Teilzeitstellen wahrnehmen. Etwa ein Viertel hat den Eindruck, dass häufiger Stellen mit niedrigerer Bezahlung ausgeschrieben werden, während 15 Prozent einen Anstieg bei potenziellen Gehältern erkennen. Branchen mit dem höchsten Angebot sind derzeit Vertrieb und Handel (circa 4.400 Inserate), gefolgt von handwerklichen Berufen (rund 3.000) sowie Einkauf, Logistik und Transport (etwa 1.900).
Die Studie unterstreicht eine grundlegende Verschiebung am Arbeitsmarkt in Österreich: Arbeitgeber müssen heute neben Gehalt auch Flexibilität beim Arbeitsort und bei den Arbeitszeiten anbieten, wenn sie erfahrene Bewerber und Alleinerziehende überzeugen wollen.

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