newsbezeichnung

Uber entlässt 3.300 Mitarbeitende und treibt Delivery-Hero-Übernahme voran

05. September 2026

Uber entlässt rund 3.300 Mitarbeitende und bündelt Geschäftsbereiche

Berlin — Der Fahrdienstvermittler Uber kündigt einen weitreichenden Konzernumbau an: Weltweit sollen etwa 3.300 Stellen gestrichen werden, das sind rund zehn Prozent der Belegschaft. Zugleich verschlankt das Unternehmen seine Führungsstruktur und bündelt bislang getrennte Geschäftsbereiche, um Entscheidungswege zu verkürzen und Kosten zu senken.

Nach Angaben der Unternehmensführung soll die Zahl der Führungspositionen um rund 20 Prozent sinken. Teams mit nur einem oder zwei Mitgliedern sollen halbiert und Organisationsebenen, die mehr als sieben Stufen vom Vorstandsvorsitzenden Dara Khosrowshahi entfernt sind, aufgehoben werden. Bereiche aus Engineering, Wissenschaft und Zustellung sollen organisatorisch zusammengeführt werden. Auch die Zustellgeschäfte für Restaurants, Einzelhandel und Direktlieferung sollen künftig enger verzahnt werden.

Als Teil der Maßnahmen verschärft Uber die Präsenzpflicht am Arbeitsplatz. Künftig soll nur noch etwa ein Prozent der Beschäftigten dauerhaft aus der Ferne arbeiten. Die bisherige Hybridregelung mit drei Bürotagen pro Woche soll konsequenter umgesetzt werden.

Operative Folgen und Marktreaktion

Die Ankündigung wurde an den Märkten zunächst positiv aufgenommen: Die Aktie stieg vorbörslich um etwa zwei Prozent. Seit Jahresbeginn liegt das Papier jedoch weiterhin im Minus. Uber weist zudem auf unterschiedliche Entwicklungen im Zustellgeschäft hin: In Großbritannien, Frankreich und Deutschland gewinnt Uber Eats Marktanteile, in den Vereinigten Staaten verliert der Dienst gegenüber Konkurrent DoorDash deutlich an Boden. Laut Daten erreicht DoorDash dort rund 64 Prozent Marktanteil, Uber etwa 31 Prozent.

Robotaxis als Wachstumstreiber

Parallel zum Personalabbau plant Uber eine massive Investition in autonome Mobilität. Das Unternehmen will mehr als zehn Milliarden US-Dollar in den Ausbau seines Robotaxi-Netzwerks investieren und noch in diesem Jahr in mindestens 15 Städten selbstfahrende Dienste anbieten. Damit tritt Uber in direkte Konkurrenz zu Anbietern wie Waymo, Tesla und weiteren Entwicklern. Hinweise auf erste kommerzielle Genehmigungen gibt es bereits: In London hat ein Partnerunternehmen eine Bewilligung für kommerzielle Einsätze mit Sicherheitsfahrer erhalten.

Milliardenangebot für Delivery Hero

Zeitgleich treibt Uber die milliardenschwere Übernahme von Delivery Hero voran. Gemäß der Angebotsunterlage bietet Uber 41,50 Euro je Aktie in bar, was einer Bewertung von rund 13 Milliarden Euro entspricht und einem Aufschlag von etwa 108 Prozent gegenüber dem Kurs vor Bekanntwerden der Gespräche entspricht. Die Annahmefrist läuft mehrere Monate; als Mindestannahmeschwelle gelten 50 Prozent plus eine Aktie. Durch eigene Anteile und eine Zusage des Großaktionärs Prosus rechnen Beobachter Uber bereits rund 53 Prozent zu.

Die Transaktion steht noch unter dem Vorbehalt fusionskontrollrechtlicher Freigaben in mehreren Staaten. Uber plant die Abwicklung und Auszahlung im zweiten Halbjahr 2027 und schließt für drei Jahre einen Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag mit Delivery Hero.

Regionale Folgen und Käufer für Teilbereiche

Nicht alle Delivery-Hero-Aktivitäten sollen Teil der Übernahme werden. Für 14 Märkte hat Delivery Hero bereits einen Verkauf an den Finanzinvestor SSW Partners angekündigt; das Geschäft soll rund 1,4 Milliarden Euro einbringen. Betroffen wären unter anderem zahlreiche europäische Länder. Diese Landesgesellschaften sollen weiterhin die bestehende technische und operative Infrastruktur nutzen und eigenständig bleiben.

Gelingt der Zusammenschluss, würde Uber in deutlich mehr Märkten sowohl Mobilitäts- als auch Zustelldienste anbieten und nach eigenen Angaben zum größten Essenslieferdienst außerhalb Chinas werden. Für Städte und das Taxigewerbe bedeutet das verschärften Wettbewerb und neue strategische Herausforderungen, etwa durch den vermehrten Einsatz autonomer Fahrzeuge und eine stärkere Integration von Mobilitäts- und Lieferangeboten.

Die angekündigten Schritte markieren für Uber einen strategischen Schnitt: Kosten senken, Geschäftsbereiche straffen und gleichzeitig massiv in Zukunftstechnologien investieren. Wie sich diese Kombination auf Beschäftigte, Partner und lokale Märkte auswirkt, bleibt in den kommenden Monaten ein zentrales Thema der Branchenbeobachtung.

Der Bericht stützt eine Nachricht von: taxi-heute.de
[C43171]
[C43142]
Copyright © 2000 - 2026 | 1A Infosysteme GmbH | Content by: 1a-sites-jobs 09.09.2026