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Trotz Septemberaufschwungs: Sachsen verzeichnet über Monate tausende verlorene Jobs

02. Oktober 2026

Herbstbelebung mildert Arbeitslosigkeit, langfristiger Stellenabbau hält an

Chemnitz. Die übliche Saisonwirkung im Herbst hat im September kurzfristig für Entlastung auf dem sächsischen Arbeitsmarkt gesorgt, doch die strukturellen Verluste bleiben deutlich sichtbar.

Die Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit meldet rund 153600 Arbeitslose in Sachsen, fast 3600 weniger als im August und ein Rückgang um 2,3 Prozent. Die Arbeitslosenquote sank damit von 7,3 auf 7,1 Prozent. In allen Regionen gingen die Zahlen zurück, besonders ausgeprägt in den Kreisen Sächsische Schweiz-Osterzgebirge, Mittelsachsen und Zwickau.

Der Vergleich zum Vorjahr zeigt jedoch die Schwäche der Erholung: Im September 2025 waren etwa 5600 Menschen weniger arbeitslos gemeldet. Nach aktuellen Hochrechnungen ist die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten von Juni auf Juli um 7700 gesunken, binnen eines Jahres liegt das Minus bei rund 19200 Stellen. Besonders betroffen sind das Verarbeitende Gewerbe mit etwa 10000 verlorenen Jobs und der Handel mit rund 4600 Einstellungsrückgängen.

Regionaldirektionschef Klaus-Peter Hansen warnte bei der Vorstellung der Zahlen: «Zu viel erhoffe ich mir von der Herbstbelebung nicht. Ich rechne eher mit einer Seitwärtsbewegung und sogar einem leichten Anstieg der Arbeitslosenzahl zum Jahreswechsel.» Zugleich wies er darauf hin, dass im September rund 10000 Menschen eine neue Beschäftigung aufgenommen hätten, so viele wie seit 2017 nicht mehr in diesem Monat, und viele junge Menschen eine Ausbildung begonnen hätten.

Der Deutsche Gewerkschaftsbund forderte Investitionen in die regionale Wirtschaft und bessere Unterstützung für Beschäftigte, um die Abwärtsspirale zu stoppen. DGB-Landesvize Ralf Hron mahnte, ältere Erwerbstätige möglichst lange zu halten und bei Neueinstellungen stärker auf Kompetenzen als auf das Alter zu achten. Derzeit ist gut jeder vierte Arbeitslose etwa 55 Jahre oder älter, was die zunehmende Bedeutung älterer Erwerbspersonen im demografischen Wandel unterstreicht.

Auf Bundesebene fiel die Arbeitslosenzahl ebenfalls: In Deutschland lag sie im September wieder unter drei Millionen und wurde mit 2,994 Millionen beziffert, die Quote bei 6,4 Prozent. Als Stichtag für die aktuelle Statistik gilt der 14. September. Die Regionaldirektion erwartet für die kommenden Monate keine grundsätzliche Trendwende, sondern eher eine Phase mit begrenzten saisonalen Schwankungen.

Der Bericht stützt eine Nachricht von: diesachsen.de
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