Schwarz-Gruppe testet fahrerlose Kurzstreckenlieferungen im Realbetrieb
Autonome Kurzstreckenlieferung soll Alltagstauglichkeit beweisen
Die Schwarz-Gruppe erprobt autonome Lkw auf kurzen Strecken, um Personalknappheit in der Logistik zu begegnen und Lieferprozesse resilienter zu machen. In einem Pilotprojekt bei einem Warenverteilzentrum und einer nahegelegenen Filiale testen die Betreiber die Einbindung fahrerloser Fahrzeuge in den realen Filialbetrieb.
Das eingesetzte Fahrzeug, das bewusst ohne klassische Fahrerkabine konzipiert ist, absolviert Strecken von rund 400 Metern und darf maximal 25 km/h fahren. Entscheidend ist laut Unternehmensseite nicht die zurückgelegte Distanz, sondern die Beherrschung komplexer Manöver im Umfeld einer aktiven Filiale: abbiegen im öffentlichen Straßenraum, queren von Parkflächen und das exakte Anfahren an die Laderampe.
Be- und Entladung erfolgen derzeit noch manuell. Ein begleitender Local Operator begleitet das Fahrzeug im Testbetrieb und kann bei Bedarf per Fernsteuerung eingreifen. Die Schwarz-Gruppe betont, dass autonome Systeme als Unterstützung gedacht sind und letztlich Verantwortungsfragen beim Menschen bleiben. In der jetzigen Phase geht es darum, die gesamte Prozesskette inklusive der physischen und digitalen Schnittstellen an Rampen und in Filialen zu validieren.
Schrittweise Skalierung unter strengen Vorgaben
Für die Tests fiel die Wahl bewusst auf Deutschland, weil das regulatorische Umfeld mit Anforderungen von TÜV und Kraftfahrt-Bundesamt als besonders anspruchsvoll gilt. Die Unternehmensverantwortlichen sehen darin eine Chance, belastbare Standards zu entwickeln, die später als Grundlage für eine breitere Einführung dienen sollen. Ziel ist es, aus dem laufenden Probebetrieb verlässliche Maßstäbe für skalierbare Transportsysteme zu gewinnen.
- Testort und Fahrzeugtyp: Kurzstreckentests zwischen Warenverteilzentrum und Filiale
- Geschwindigkeit: maximal 25 km/h auf der Versuchsstrecke
- Streckenlänge: etwa 400 Meter
- Beladung: weiterhin manuell, begleitet durch einen Local Operator
- Regulatorik: Deutschland gewählt wegen strenger TÜV- und KBA-Vorgaben
Die Tests signalisieren, dass die Industrie nach Lösungen gegen den Fahrermangel sucht, ohne die Kontrolle vollständig an Maschinen abzugeben. In den nächsten Schritten werden die Verantwortlichen beobachten, wie sich autonome Fahrzeuge in den oft unvorhersehbaren Alltag einer Supermarktbelieferung einfügen lassen und welche Anpassungen an Infrastruktur und Prozessen nötig sind.
Edermünde