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Personalnot im Handel: 846 Minijobs offen in Frankfurt – Löhne bis 21,90 Euro

29. Mai 2026

Einzelhandel ringt um Personal und erhöht Stundenlöhne

Der deutsche Handel steht vor einer neuen Personalherausforderung: Studentische Aushilfen und Minijobber werden dringend gesucht, die Vergütung steigt deutlich und Stellen bleiben unbesetzt. Das zeigt sich in Metropolen besonders deutlich.

In Frankfurt am Main registriert die Bundesagentur für Arbeit zum 26. Mai 2026 insgesamt 846 offene Minijobstellen. Zu den ausgeschriebenen Tätigkeiten zählen Regale auffüllen, Kasse und Serviceaufgaben. Große Handelsketten und Personaldienstleister reagieren mit deutlich höheren Stundenlöhnen und befristeten Verträgen, um Bewerber zu gewinnen.

  • Bei ALDI SÜD werden befristete Verträge über zwölf Monate angeboten, die Stundenlöhne liegen regional zwischen 15,00 und 21,90 Euro.
  • Personaldienstleister wie power people zahlen für Service-Tätigkeiten zwischen 14,96 und 16,50 Euro pro Stunde.
  • Weitere Arbeitgeber mit offenen Stellen sind unter anderem Lidl, Müller, REWE und Takko Fashion.

Die Verteilung der Jobs ist regional sehr ungleich. Während Großstädte über zahlreiche Inserate verfügen, bleibt das Angebot in ländlichen Regionen dünn: In manchen Orten wurden keinerlei studentische Minijobs im Umkreis von 30 Kilometern gemeldet. Betroffene weichen oft auf Nachbarstädte aus oder nehmen längere Anfahrten in Kauf.

Parallel zur Nachfrage nach Aushilfen läuft eine politische Debatte um die Studienfinanzierung. Geplante Erhöhungen bei BAföG und Wohnpauschalen sind umstritten. Kritiker warnen, ohne spürbare Verbesserungen müssten noch mehr Studierende neben dem Studium arbeiten, um die Lebenshaltungskosten zu stemmen. 2024 bezogen nur rund 613 000 Studierende BAföG, der niedrigste Stand seit 25 Jahren.

Handelsunternehmen reagieren kreativ: Neben der Anwerbung von Studierenden setzen einige Betriebe auf Senioren als sogenannte Silver Talents, die weiterhin arbeiten wollen. Außerdem werden Marketingaktionen und besondere Angebote geplant, um Kundenzahlen zu steigern und Auftragsspitzen, etwa während der Fußball-Weltmeisterschaft im Juni, abzufedern.

In Frankfurt und anderen Städten dürften die Aushilfsangebote vorerst hoch bleiben. Studierende, die auf BAföG angewiesen sind, sollten Anträge rechtzeitig einreichen, um finanzielle Lücken zu vermeiden. Für Betriebe gilt: Wer Minijobber einstellt, muss auf rechtssichere Verträge und korrekte Abrechnungen achten.

Die Lage macht deutlich: Der Handel hat die Zeiten vorbei, in denen Personal leicht zu finden war. Flexiblere Arbeitsmodelle, höhere Löhne und das Öffnen neuer Zielgruppen sind die kurzfristigen Antworten der Branche.

Der Bericht stützt eine Nachricht von: ad-hoc-news.de

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