Mit eigenem KI-Tool zur Führungsposition – wie Career-Ops die Jobsuche neu definiert
Ein selbstgebautes KI-Werkzeug verwandelte Jobsuche in Karriere
Santiago Fernández de Valderrama Aparicio baute ein kleines, aber wirkmächtiges Tool namens Career-Ops und machte damit seine eigene Jobsuche zum besten Beleg seiner Fähigkeiten. Das System wertete mehr als 740 Stellenanzeigen aus, filterte 66 passende Vakanzen heraus und führte zu 12 Vorstellungsgesprächen. Im April nahm er ein Angebot an und arbeitet nun als Head of Applied Artificial Intelligence in einem Softwareunternehmen.
Seine Karriere verlief ungewöhnlich: Nach 16 Jahren als Gründer eines Ladengeschäfts für Smartphone-Reparaturen entdeckte er seine Leidenschaft für Prozessautomatisierung und Software. Er setzte KI bereits im eigenen Betrieb ein, verkaufte das Unternehmen bewusst und fokussierte sich auf Entwicklung und Teamarbeit.
Technik, Praxis und Proof of Work
Innerhalb von sechs Wochen entwickelte er Career-Ops mit Claude Code unter Anwendung sogenanntem Vibe Coding. Die technische Umsetzung diente doppelt: Sie automatisierte die Suche und wurde selbst zum besten Arbeitsprobenbeleg. Das Tool schlug auf Basis seiner Erfahrungen 66 geeignete Positionen vor, aus denen sich die Vorstellungsgespräche ergaben.
- Analysierte Stellenanzeigen: mehr als 740
- Empfohlene Positionen: 66
- Einladungen zu Vorstellungsgesprächen: 12
- Aktuelle Rolle: Head of Applied Artificial Intelligence
Santiago stellte das Projekt öffentlich vor und veröffentlichte den Code als Open Source. Die Resonanz auf Plattformen wie Reddit war groß, die Community wuchs schnell. Eine Discord-Gruppe half bei der Einrichtung und Weiterentwicklung; binnen einer Woche schlossen sich über 1000 Mitglieder an. Für ihn ist Monetarisierung kein vorrangiges Ziel, vielmehr geht es um Zugänglichkeit und das Prinzip, dass Bewerber künftig Unternehmen ebenso filtern können wie umgekehrt.
Die Vision: Bewerben neu denken
Santiago sieht Career-Ops langfristig als Marktplatz, auf dem Bewerbende Lebensläufe und Arbeitsproben hochladen und Unternehmen gezielt passende Angebote einstellen. Für ihn ist das eigene Nebenprojekt der neue Lebenslauf, ein greifbarer Proof of Work. Building in public ist zu seinem wichtigsten Argument im Bewerbungsprozess geworden.
Der Erfahrungsbericht basiert auf einem Gespräch mit Santiago Fernández de Valderrama Aparicio, 42 Jahre, Head of Applied Artificial Intelligence, Sevilla. Der Text wurde aus Gründen der Länge und Verständlichkeit bearbeitet.

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