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Galeria stellt erneut Insolvenzantrag – tausende Jobs in Südwestfilialen in Gefahr

08. Oktober 2026

Wiederholte Insolvenz bringt Filialen und Beschäftigte in existenzielle Unsicherheit

Stuttgart. Die Warenhauskette Galeria hat zum vierten Mal binnen sechs Jahren einen Insolvenzantrag gestellt und setzt damit rund 1500 Beschäftigte in Baden-Württemberg erneut großer Ungewissheit aus. Der Geschäftsbetrieb in den bundesweit 83 Filialen soll vorerst fortgeführt werden, doch für die verbliebenen Standorte im Südwesten bleibt die Zukunft unklar.

Verdi-Landeschefin Maike Schollenberger kritisierte die Geschäftsführung scharf und forderte transparente Informationen für die Beschäftigten. «Die ständige Ungewissheit ist eine Zumutung für alle. Wir erwarten von Galeria seriöse Informationen statt Nebelkerzen und eine echte Einbeziehung der Beschäftigten und der Betriebsräte», sagte sie in Stuttgart. Schollenberger machte darüber hinaus Managementversäumnisse für die anhaltende Krise verantwortlich und beschuldigte das Unternehmen, notwendige Investitionen verschleppt zu haben.

Landeswirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut (CDU) betonte die Bedeutung der Warenhäuser für die Innenstädte und forderte rasche Klarheit. «Jetzt braucht es eine tragfähige Perspektive für die Beschäftigten und die betroffenen Standorte», sagte sie. Entscheidend sei, dass der Geschäftsbetrieb weiterlaufe und alle Beteiligten konstruktiv an Lösungen arbeiteten.

Standorte und drohende Schließungen

Bereits im Sommer hatte Galeria eine Prüfung der Rentabilität für 33 bundesweite Standorte angekündigt. In Baden-Württemberg standen damals fünf Filialen auf der Liste, die für Verhandlungen mit Vermietern und mögliche Flächenanpassungen vorgesehen waren. Kommen keine tragfähigen Lösungen zustande, ist die Fortführung der jeweiligen Filiale gefährdet.

  • Betroffene Standorte im Land laut Angaben aus dem Sommer: Freiburg, Heilbronn, Mannheim, Offenburg und Singen
  • Bereits geschlossene Häuser in den vergangenen Jahren: Esslingen, Göppingen, Heidelberg (Bismarckplatz), Leonberg, Mannheim (N7), Pforzheim, Reutlingen sowie Standorte in Stuttgart

Die Schließungen in den vergangenen Jahren haben hunderte Arbeitsplätze gekostet. Beschäftigte und Betriebsräte fordern nun verlässliche Planungen und faire Verhandlungen, insbesondere mit Blick auf Mietkonditionen und mögliche Umstrukturierungen.

Ausblick und Erwartung an die Unternehmensführung

Der vierte Insolvenzantrag innerhalb kurzer Zeit erhöht den Druck auf die Geschäftsführung, rasche und belastbare Lösungen vorzulegen. Gewerkschaften und Politik drängen auf transparente Prozesse und Beteiligung der Beschäftigten, während Gespräche mit Vermietern und Gläubigern die nächsten Wochen prägen dürften.

Für viele Innenstädte steht mehr als nur ein Einzelhändler auf dem Spiel: Galeria fungierte lange als Ankerbetrieb, dessen Schicksal direkte Folgen für Stadtzentren und lokale Arbeitsmärkte hat. Die kommenden Entscheidungen werden zeigen, ob und in welchem Umfang Standorte gerettet, angepasst oder geschlossen werden.

Hintergrund: Die Warenhauskette entstand aus der Fusion von Galeria Kaufhof und Karstadt und kämpft seit Jahren mit wirtschaftlichen Problemen, die zuletzt wieder zu teilweisen Standortschließungen und Personalabbau führten. (dpa/lsw)

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