Galeria erneut insolvent – 1.500 Arbeitsplätze in Baden-Württemberg in Gefahr
Galeria erneuter Insolvenzantrag setzt Beschäftigte im Südwesten unter Druck
Der Warenhauskonzern Galeria hat beim Amtsgericht Düsseldorf erneut die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens beantragt. Für rund 1.500 Beschäftigte in zwölf Filialen in Baden-Württemberg bedeutet das die vierte Insolvenz binnen sechs Jahren und erhebliche Ungewissheit um ihre berufliche Zukunft.
Verdi-Landeschefin Maike Schollenberger kritisierte in Stuttgart das Management des Unternehmens scharf und forderte transparente Informationen sowie eine echte Einbindung der Belegschaften und Betriebsräte. Nach ihrer Einschätzung haben offenbar anhaltende Managementfehler und verschobene Investitionen zur wiederholten Schieflage geführt.
Landeswirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut (CDU) wies auf die Bedeutung der Warenhäuser als Anker für viele Innenstädte hin und forderte rasche Klarheit sowie tragfähige Perspektiven für Beschäftigte und Standorte. Galeria teilte mit, der Geschäftsbetrieb in den bundesweit 83 Filialen solle vorerst weiterlaufen.
- In Baden-Württemberg sind unter anderem die Filialen in Freiburg, Heilbronn, Mannheim, Offenburg und Singen betroffen
- Im Juli standen fünf Häuser im Land auf einer bundesweiten Liste von 33 Standorten, deren Rentabilität geprüft werden sollte
- In den vergangenen Jahren schloss Galeria bereits mehrere Warenhäuser im Südwesten, etwa in Esslingen, Göppingen, Heidelberg, Leonberg, Pforzheim, Reutlingen sowie Teile in Stuttgart
Galeria will mit Vermietern über Konditionen und Flächenanpassungen verhandeln. Gelingt keine Einigung, ist die Fortführung einzelner Filialen gefährdet. Betriebsräte und Gewerkschaften fordern umgehende, belastbare Konzepte statt «Nebelkerzen», damit Beschäftigte nicht erneut monatelang im Ungewissen bleiben müssen.
Die kommenden Wochen entscheiden darüber, ob kurzfristige Lösungen gefunden werden können, die Arbeitsplätze sichern und die Rolle der Warenhäuser für die Innenstädte bewahren.