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Galeria beantragt erneut Insolvenz – Hunderte Beschäftigte im Südwesten in der Warteschleife

03. Oktober 2026

Erneuter Insolvenzantrag setzt Beschäftigte im Südwesten unter massiven Druck

Die Warenhauskette Galeria hat erneut einen Insolvenzantrag gestellt. Für rund 1.500 Beschäftigte in zwölf Filialen in Baden-Württemberg bedeutet das eine neue Phase großer Unsicherheit um ihre berufliche Zukunft. Das Unternehmen meldete am Vormittag den Antrag beim Amtsgericht Düsseldorf, der laufende Geschäftsbetrieb in den bundesweit 83 Filialen soll vorerst fortgeführt werden.

Verdi-Landeschefin Maike Schollenberger kritisierte in Stuttgart die anhaltende Unklarheit: «Die ständige Ungewissheit ist eine Zumutung für alle. Wir erwarten von Galeria seriöse Informationen statt Nebelkerzen und eine echte Einbeziehung der Beschäftigten und der Betriebsräte.» Schollenberger machte Managementfehler für die wiederholte Schieflage verantwortlich und bemängelte verschobene Investitionen trotz andauernder Krise.

Landeswirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut (CDU) wies auf die Bedeutung der Warenhäuser für viele Innenstädte hin und forderte rasche Klarheit und eine tragfähige Perspektive für die Beschäftigten und Standorte. Entscheidend sei derzeit, dass der Betrieb zunächst weiterlaufe und alle Beteiligten konstruktiv an Lösungen arbeiteten.

Filialprüfungen und drohende Schließungen

Bereits im Sommer war bekannt geworden, dass bundesweit 33 Standorte auf ihre Rentabilität geprüft werden sollen. In Baden-Württemberg standen damals fünf Filialen auf dieser Liste: Freiburg Europaplatz, Heilbronn, Mannheim, Offenburg und Singen. Galeria hatte angekündigt, mit Vermietern über Konditionen und Flächenanpassungen zu verhandeln. Sollten keine tragfähigen Lösungen gefunden werden, droht die Fortführung einzelner Häuser.

Die aktuelle Lage ist nicht neu: Nach Fusionen und mehreren Restrukturierungsrunden mussten in den vergangenen Jahren bereits zahlreiche Filialen im Südwesten schließen, unter anderem in Esslingen, Göppingen, Heidelberg, Leonberg, Pforzheim, Reutlingen und in Teilen von Stuttgart. Hunderte Arbeitsplätze gingen verloren.

Was jetzt wichtig ist

  • Für die Beschäftigten ist Transparenz über die geplanten Schritte und eine Einbindung der Betriebsräte zentral.
  • Vermieter, Politik und Gläubiger sind gefordert, rasch tragfähige Lösungen zu prüfen, um Standortschließungen zu vermeiden.
  • Der Fortbestand des laufenden Betriebs bietet kurzfristig Zeit für Verhandlungen, verlängert aber zugleich die Belastung für die Beschäftigten.

Die Entwicklungen werden in den kommenden Tagen und Wochen genau zu beobachten sein. In Stuttgart wie in anderen betroffenen Städten wächst die Sorge um den Erhalt von Arbeitsplätzen und die Zukunft der Innenstädte.

Der Bericht stützt eine Nachricht von: augsburger-allgemeine.de
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