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Einzelhandel schrumpft weiter: HDE warnt vor steigenden Arbeitskosten und massiven Stellenverlusten

10. Oktober 2026

Einzelhandel verliert pro Monat rund 4.000 Arbeitsplätze

Der deutsche Einzelhandel hat binnen eines Jahres im Durchschnitt etwa 4.000 Stellen pro Monat eingebüßt, zeigen die Quartalszahlen der Bundesagentur für Arbeit mit Stichtag 31. März 2026. Der Handelsverband Deutschland (HDE) sieht vor allem höhere Arbeitskosten als Treiber dieses Rückgangs und fordert die Bundesregierung auf, zusätzliche Belastungen für Arbeitgeber zu vermeiden.

Mehr als drei Millionen Menschen arbeiten weiterhin im Handel, doch die Beschäftigtenzahlen entwickeln sich seit einiger Zeit rückläufig. Der HDE prognostiziert zudem, dass 2026 rund 4.900 Filialen schließen könnten, was die Frequenz in Einkaufsstraßen, Einkaufszentren und Möbelhäusern weiter reduzieren dürfte.

  • Als Kostentreiber nennt der Verband höhere Sozialabgaben, gestiegene Pauschalabgaben für Minijobber sowie den Mindestlohn, der zum Jahreswechsel auf 14,60 Euro pro Stunde steigt.
  • Hinzu kommen nach HDE-Angaben wachsende Bürokratie und Regulierung, die Betroffene zusätzlich belasten und indirekt auf die Kauflaune drücken.

Der HDE fordert, die Beitragslasten stabil zu halten oder zu senken. Besonders kritisch bewertet der Verband Vorschläge zur gesetzlichen Kapitalrente, die den Rentenbeitrag bis 2031 um bis zu zwei Prozentpunkte erhöhen könnte. Arbeitgeber, die bereits in betriebliche Altersvorsorge investieren, sollten diese Zahlungen angerechnet bekommen.

Im Blick auf Minijobs plädiert der HDE dafür, diese als flexibles Instrument für Stoßzeiten und Randstunden zu erhalten. Auch das Blockmodell der Altersteilzeit bezeichnete der Verband als wichtiges Instrument für den Personalumbau. Eine Abschaffung wäre nach Ansicht des HDE «in der aktuellen Lage das völlig falsche Signal».

Konkrete Folgen der Entwicklung sind bereits sichtbar. In Städten haben zuletzt mehrere große Möbelhäuser geschlossen, und Modeketten haben Filialen abgebaut. Solche Filialschließungen bedeuten direkte Arbeitsplatzverluste und weniger Kundschaft für angrenzende Geschäfte, was die lokale Wirtschaft zusätzlich belastet.

Anlass der HDE-Warnung war der Koalitionsausschuss am 7. Oktober 2026. Der Verband begrüßt beschleunigte Reformen in Pflege und Rente grundsätzlich, verlangt aber gleichzeitig, dass die Beitragsbelastung für Unternehmen nicht weiter ansteigt. Die Verbraucherstimmung ist bereits gedämpft, wie das HDE-Konsumbarometer im Oktober zeigte.

Fazit: Ohne politische Gegenmaßnahmen und Entlastungen für Betriebe droht dem stationären Handel ein beschleunigter Strukturwandel mit weiteren Ladenverlusten und Stellenkürzungen. Die kommenden Entscheidungen könnten somit über Perspektiven für Beschäftigte und die Attraktivität von Innenstädten entscheiden.

Redaktionell betreut von einem kleinen Team in Berlin. Grundlage sind die Quartalszahlen der Bundesagentur für Arbeit und die Pressemitteilung des Handelsverbands Deutschland vom 7. Oktober 2026.

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