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Dax erzielt Rekorde bei Umsatz und Gewinn – dennoch werden Tausende Stellen gestrichen

15. August 2026

Dax Konzerne melden historische Quartalsgewinne, Beschäftigung geht trotzdem zurück

Frankfurt am Main – Deutschlands 40 Dax Konzerne haben im zweiten Quartal so viel operativen Gewinn eingefahren wie nie zuvor in einem zweiten Quartal. Die Branche verzeichnete einen starken Anstieg bei Umsatz und EBIT, zugleich zeigen sich deutliche Verwerfungen zwischen Gewinnern und Verlierern und spürbare Einschnitte am Arbeitsmarkt.

Eine Studie der Beratungsgesellschaft EY kommt zu dem Ergebnis, dass der Betriebsgewinn vor Zinsen und Steuern um nahezu 16 Prozent zunahm und jetzt bei 52,6 Milliarden Euro liegt. Der Gesamtumsatz der Unternehmen stieg auf rund 463 Milliarden Euro, ein Plus von 4,6 Prozent. Besonders hohe operative Gewinne meldeten unter anderem die Deutsche Telekom mit 6,9 Milliarden Euro, die Allianz mit 4,9 Milliarden Euro, Volkswagen mit 3,5 Milliarden Euro und Siemens mit 3,4 Milliarden Euro. Starke Wachstumsraten verzeichneten Bayer und der Immobilienkonzern Vonovia.

Wachstum konzentriert sich auf wenige Sektoren

Laut EY wurde das Quartalsplus von einigen wenigen Branchen getragen: Rüstung, Unternehmen, die vom KI Boom profitieren, bestimmte Chemiekonzerne sowie Banken und Versicherungen konnten besonders hohe Gewinne verbuchen. Ursachen sind unter anderem geopolitische Verwerfungen, Lieferengpässe und daraus resultierende Preisanpassungen.

Gleichzeitig zeigen klassische Industriezweige ein deutlich schwächeres Bild. Die Autobranche etwa verzeichnete im zweiten Quartal einen Umsatzrückgang von 1,2 Prozent und einen operativen Gewinneinbruch von rund 12 Prozent. BMW musste den stärksten Rückgang beim Betriebsgewinn hinnehmen mit minus 39 Prozent, bei Volkswagen und Daimler Truck lagen die Rückgänge bei etwa 9 Prozent.

Jobabbau drückt Beschäftigtenzahl

Die wirtschaftliche Zwiespältigkeit macht sich auch auf dem Arbeitsmarkt bemerkbar. Zum 30. Juni beschäftigten die Dax Konzerne rund 3,49 Millionen Menschen, das sind 1,2 Prozent oder etwa 41.000 weniger als ein Jahr zuvor. In den Unternehmen, die Angaben zu Personalbewegungen machten, erhöhten 21 von 37 ihre Beschäftigtenzahlen, während 16 Unternehmen Personal reduzierten. Die massiven Stellenkürzungen in der Autobranche wirkten dabei besonders stark auf die Gesamtbilanz.

Henrik Ahlers, Vorsitzender der Geschäftsführung bei EY, weist darauf hin, dass die Zahlen ein zweigeteiltes Bild zeigten: «Wer nur auf die Rekordsummen schaut, könnte meinen, die Krise sei überstanden – aber das Gegenteil ist der Fall. Die Nachfrage in Deutschland bleibt schwach, die Wachstumstreiber sitzen überwiegend im Ausland und viele Industriezweige sind fragil.»

Auch Jan Brorhilker, Managing Partner bei EY, sieht weiteren Handlungsbedarf in der Autobranche: «Die Krise dort ist keineswegs beendet. Es gibt weiterhin erheblichen Restrukturierungsbedarf, und wir werden weiteren Beschäftigungsdruck sehen.»

Ausblick

Analysten der Deutschen Bank erwarten für das laufende Jahr ein zweistelliges Gewinnwachstum im Dax, deutlich über den Zuwächsen der beiden Vorjahre. Dennoch bleibt die Lage heterogen: Gewinnersektoren treiben die Aggregate nach oben, während strukturschwache Bereiche und die Folgen des technologischen Wandels für Unternehmen und Beschäftigte spürbare Belastungen bedeuten.

Der Bericht stützt eine Nachricht von: noz.de
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