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Kriegsängste verschieben Einkaufsströme: Aldi gewinnt, Rewe und Edeka verlieren Marktanteile

03. April 2026

Deutsche Käufer reagieren auf Iran-Konflikt mit gezielten Sparkäufen

München – Die Folgen des Iran-Kriegs sind in deutschen Supermärkten bereits spürbar: Kunden wechseln verstärkt zu Discountern, weil steigende Energie- und Logistikkosten an der Zapfsäule und bald auch an der Supermarktkasse zu höheren Preisen führen könnten.

Aktuelle Echtzeitdaten aus dem Handel zeigen einen klaren Trend. Analysen des belgischen Marktforschers Accurat weisen für die Kalenderwoche 12, also ab dem 16. März, einen Anstieg der Kundenbesuche bei Aldi Nord um 0,7 Prozentpunkte und bei Aldi Süd sogar um einen ganzen Prozentpunkt im Vergleich zur Vorwoche nach. Hochgerechnet auf den jährlichen Umsatz des Lebensmittelhandels entspricht ein Prozentpunkt bereits mehreren Milliarden Euro.

Im gleichen Zeitraum verloren klassische Supermarktketten deutlich: Edeka sank um etwa 0,6 Prozentpunkte, Rewe um rund 0,7 Punkte, Kaufland verzeichnete ein Minus von circa 0,5 Punkten. Die Besuche bei Aldi scheinen nicht nur von einer höheren Frequenz bestehender Kunden zu stammen, sondern von Käufern, die zuvor bei Edeka oder Rewe eingekauft haben.

Preisdruck durch Energie und Logistik könnte sich an der Kasse bemerkbar machen

Branchenexperten warnen, dass der jüngste Schub an der Zapfsäule erst der Anfang sein könnte. Steigende Gaspreise, teurere Diesel-Frachten, gesperrte Schifffahrtsrouten und knappe Containerkapazitäten erhöhen Herstellungs- und Transportkosten etwa für Brot, Nudeln oder Konserven. Die Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie hebt hervor, dass viele Produktionsprozesse auf Erdgas angewiesen sind und daher besonders empfindlich reagieren.

Politik und Verbände fordern Schutz für einkommensschwache Haushalte

Politiker und Verbände drängen auf schnelle Gegenmaßnahmen, damit Menschen mit geringem Einkommen nicht unverhältnismäßig stark belastet werden. Eine Koalitions-Taskforce aus Union und SPD hat Ernährung, Landwirtschaft und Lebensmittelpreise auf die Agenda gesetzt und will Vertreter von Bauernverband, Lebensmittelhandel und Verbraucherzentralen einbinden, um die Lage zu beurteilen und mögliche Maßnahmen abzustimmen.

Marktforscher warnen davor, saisonale Schwankungen als Erklärung heranzuziehen: Der beobachtete Ausschlag zugunsten der Discounter sei ungewöhnlich stark und habe in dieser Form bei früheren Krisen nicht so stattgefunden, so Fachleute.

Was das für Verbraucher und Handel bedeutet

  • Für Verbraucher heißt das: kurzfristig mehr Orientierung an Preisen und Angeboten.
  • Für klassische Supermärkte bedeutet die Verschiebung, dass sie Marktanteile an Discounter verlieren, wenn sie nicht konsequent gegengehen.
  • Langfristig könnten höhere Produktions- und Transportkosten zu flächendeckenden Preissteigerungen im Lebensmittelbereich führen.

Die Entwicklung bleibt volatil. Ob und wie stark sich die Lage an der Kasse tatsächlich verschlechtert, hängt von der weiteren Eskalation im Iran-Konflikt, internationalen Logistikketten und politischen Gegenmaßnahmen ab. Beobachter raten Verbrauchern, die Haushaltsplanung zu überprüfen und Politik und Handel zu wachsamem Handeln aufzurufen.

Der Bericht stützt eine Nachricht von: fr.de

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