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WM 2026: Infantinos Jobversprechen zerfällt — aus Boom werden Abgänge

12. August 2026

Infantinos Versprechen von neuen Arbeitsplätzen hat sich nicht erfüllt

Washington — Die Hoffnungen auf einen massiven Beschäftigungsboom durch die Ausrichtung der Fußball-WM 2026 in den USA, Mexiko und Kanada sind schwer ins Wanken geraten. Analysen und Unternehmensdaten zeigen, dass in zentralen Branchen statt neuer Stellen Arbeitsplätze wegfielen. Besonders betroffen sind Gastgewerbe, Luftverkehr und Einzelhandel, jene Sektoren, die Fifa-Präsident Gianni Infantino zuvor als die großen Gewinner der Weltmeisterschaft beschrieben hatte.

Statt der angekündigten Zuläufe meldeten Hotels und Gastronomiebetriebe in mehreren Metropolregionen Rückgänge bei Buchungen und Personalbedarf. Fluggesellschaften strichen Verbindungen oder reduzierten Kapazitäten, weil die erwartete Reisewelle ausblieb. Auch Händler berichten von schwächerem Kundenverkehr in den Wochen rund um die Turniertage.

Wirtschaftsexperten kritisieren, dass viele Prognosen der Fifa auf optimistischen Annahmen beruhten und lokale Effekte, wie Verdrängungen bestehender Nachfrage oder problematische Koordination zwischen Veranstaltungsorten, kaum berücksichtigt wurden. Für Beschäftigte in Saisonjobs bedeutete das: unsichere Arbeitszeiten, Kurzarbeit oder Entlassungen, anstatt stabiler neuer Perspektiven.

Die politische Dimension verstärkt die Debatte. In Washington sorgt die Entwicklung für Unmut, weil öffentliche Mittel und Infrastrukturplanungen mit der Erwartung hoher wirtschaftlicher Effekte verbunden worden waren. Oppositionspolitiker und Teile der Tourismusbranche fordern nun Aufklärung darüber, wie die Berechnungen zustande kamen und wer für Fehleinschätzungen verantwortlich ist.

Die Enttäuschung ist nicht nur eine ökonomische Frage, sie trifft vielerorts auch die Moral von Beschäftigten, die kurzfristig für die WM eingestellt wurden. Für Städte und Regionen bleibt die Herausforderung, kurzfristige Verluste abzufedern und langfristig tragfähige Konzepte für Tourismus und Mobilität zu entwickeln.

Betroffene Branchen

  • Gastgewerbe: Stornierte Reservierungen und Personalabbau in saisonalen Bereichen
  • Luftverkehr: Reduzierte Flüge und verringerte Kapazitätsplanung
  • Einzelhandel: Schwächerer Laufkundschaftsverkehr in Turnierphasen

Die Debatte um die wirtschaftlichen Versprechen der Fifa ist damit in eine neue Phase getreten. Kritiker fordern eine unabhängige Evaluierung der zugesagten Effekte und mehr Transparenz bei künftigen Großveranstaltungen, damit Arbeitsplätze nicht zur politischen Verheißung werden, sondern reale Perspektiven bieten.

Der Bericht stützt eine Nachricht von: spiegel.de
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