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US-Arbeitsmarkt im April: Mehr Jobs im Dienstleistungssektor, kein Industrieaufschwung

09. Mai 2026

Beschäftigungsaufbau getragen von klassischen Dienstleistungen

Washington — Die US-Arbeitsmarktdaten für April überraschen positiv, zeigen aber ein klares Bild: Wachstum entsteht vor allem in Dienstleistungsbranchen, während die Industrie nicht Fahrt aufnimmt.

Die Zahl der neu geschaffenen Stellen lag im April bei 115.000 und damit deutlich über den Erwartungen von rund 65.000. Gleichzeitig wurden die Zahlen der Vormonate revidiert: Februar wurde um 23.000 Stellen nach unten korrigiert, März um 7.000 nach oben, zusammengenommen also 16.000 Stellen weniger als zuvor berichtet.

Detaillierte Einordnung nach Sektoren

Betrachtet man die Bestandteile der Statistik, fiel der öffentliche Sektor um 8.000 Stellen, sodass der Anstieg im Privatsektor außerhalb der Landwirtschaft bei rund 123.000 lag. Im verarbeitenden Gewerbe war das Bild uneinheitlich: Insgesamt ergab sich ein Plus von rund 10.000 Stellen, wobei der Bergbausektor etwa 3.000 neue Stellen meldete, das Baugewerbe rund 9.000 Arbeitsplätze hinzufügte und klassische Industriebranchen leichte Abgänge verzeichneten.

Treiber sind Handel, Logistik und Gesundheitswesen

Der Dienstleistungssektor ohne verarbeitendes Gewerbe trug mit etwa 113.000 neuen Stellen den Großteil zum Wachstum bei. Im Einzelhandel entstanden rund 21.800 Arbeitsplätze; Baumärkte meldeten circa 12.500 neue Stellen, große Lebensmittelmärkte und Supercenter rund 18.300.

Im Bereich Transport und Lager wurden gut 30.300 Jobs geschaffen, im Untersektor Kurierfahrer fiel der Zuwachs mit etwa 37.900 Stellen besonders stark aus. Professional and business services legten um etwa 7.000 Stellen zu.

Der Bereich private Gesundheitsdienstleistungen und Bildung, ein konstanter Motor der US-Beschäftigung, brachte im April etwa 46.000 neue Stellen: Gesundheitsversorgung wies ein Plus von rund 53.900 auf, private Bildungsträger reduzierten ihr Personal um etwa 7.800.

Die sonst oft größte Quelle schneller Jobs, der Sektor Freizeit und Bewirtung, steuerte mit rund 14.000 neu geschaffenen Stellen einen moderaten Zuwachs bei.

Bewertung und Ausblick

Die Headline-Zahl ist robust, doch der strukturelle Eindruck bleibt unverändert: Ein breiter Industriepuls, wie er für einen Boom bei Investitionen in Bereiche wie KI-Infrastruktur sprechen würde, ist nicht erkennbar. Stattdessen schaffen klassische Dienstleistungsbranchen die Mehrzahl der neuen Stellen.

Ökonomen der Commerzbank bewerten die Daten als Zeichen für eine sich stabilisierende Erholung am Arbeitsmarkt: Nach einer Phase der Schwäche stellen Unternehmen wieder vermehrt ein, und die US-Wirtschaft zeigt damit relative Widerstandsfähigkeit gegenüber externen Belastungen wie Energiepreisschwankungen.

Für die Geldpolitik und Kapitalmärkte bedeuten die Zahlen, dass der Druck auf die Notenbank, die Zinsen kurzfristig deutlich zu lockern, nicht zunimmt. Gleichzeitig bleibt die Entwicklung der Industrie und der Investitionen ein wichtiger Indikator für künftiges Beschäftigungswachstum.

Datenbasis: Bureau of Labor Statistics, USA.

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