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Minijobs vor dem Aus: Millionen zwischen sozialer Absicherung und Existenzangst

31. August 2026

Minijobs vor dem Aus würden Millionen in finanzielle Unsicherheit stürzen

Die Debatte um die Abschaffung der Minijobs erhitzt die Gemüter in Deutschland. Geplante Änderungen, die eine teilweise oder vollständige Aufhebung der Sonderregelung sowie zusätzliche Steuer- und Sozialabgaben vorsehen, könnten das bisherige System der geringfügigen Beschäftigung grundlegend verändern. Für viele Betroffene stehen nicht nur Einkommensverluste, sondern auch veränderte Lebensrealitäten auf dem Spiel.

Hintergrund und Zahlen

Minijobs wurden einst eingeführt, um legale Beschäftigung zu fördern und Schwarzarbeit zu reduzieren. Heute arbeiten Hunderttausende Menschen in geringfügigen Beschäftigungsverhältnissen, besonders im Einzelhandel und in Dienstleistungsbranchen. Nach aktuellen Schätzungen sind etwa 800 000 Minijobberinnen und Minijobber allein im Einzelhandel tätig, viele davon als wichtige Zuarbeit für Studentinnen und Studenten, Rentnerinnen und Rentner oder Eltern mit Teilzeitarbeit.

Was die Reform vorschlägt

Die Rentenkommission schlägt vor, die Sonderstellung der Minijobs abzuschaffen und die Geringfügigkeitsgrenze neu zu bewerten. Nur für Schülerinnen und Schüler soll eine beitragsfreie Beschäftigung erhalten bleiben. Eine Folge wären zusätzliche Abgaben für Arbeitgeber und Beschäftigte und ein breiter Übergang in reguläre sozialversicherungspflichtige Arbeitsverhältnisse.

Ökonomische Risiken

Wirtschaftsverbände warnen vor erheblichen Folgen. Der Hauptgeschäftsführer des Handelsverbands Deutschland, Stefan Genth, sieht hunderte Tausend Arbeitsplätze gefährdet. Kritikerinnen und Kritiker befürchten, dass viele Menschen ihre Einkommen nicht mehr sichern können und stattdessen zur Schwarzarbeit gedrängt werden, was die soziale Absicherung und die staatlichen Systeme zusätzlich belasten könnte.

Soziale Folgen

Für viele Minijobberinnen und Minijobber ist die Flexibilität der Beschäftigungsform lebenswichtig. Studierende, pflegende Angehörige und Seniorinnen und Senioren profitieren von kurzen Einsätzen und planbarer Zeitgestaltung. Ökonomen wie Friedrich Schneider warnen, dass eine Abschaffung ohne flankierende Maßnahmen die Vulnerabilität dieser Gruppen erhöhen könnte und die erhoffte Verbesserung der Absicherung ausbleiben würde.

Zwischenbilanz und Ausblick

Die anstehende Entscheidung ist ein Prüfstein für den Spagat zwischen sozialer Gerechtigkeit und wirtschaftlicher Praktikabilität. Ob die Reform zu mehr sozialer Sicherheit führt oder unbeabsichtigte Härten schafft, hängt wesentlich von der konkreten Ausgestaltung ab. Entscheidend werden begleitende Maßnahmen sein, etwa Übergangsregelungen, Förderprogramme für Beschäftigte und Entlastungen für kleine Arbeitgeber.

Die Diskussion bleibt kontrovers und wird sowohl in politischen Gremien als auch in Betrieben und privaten Haushalten weiter intensiv geführt. Klar ist: Eine einfache Abschaffung ohne abgestufte Konzepte würde viele Arbeitsbiografien empfindlich treffen.

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