Leichter Aufschwung im Handel: Umsatz steigt, Beschäftigung fällt
Handel verzeichnet reales Wachstum trotz hoher Energiepreise
Oberösterreichs Handel hat 2025 ein kleines, aber spürbares Konjunkturplus erzielt. Trotz kräftig gestiegener Preise für Energie und Tourismus blieb die Preisentwicklung im Handelssektor vergleichsweise moderat und wirkte damit dämpfend auf die Gesamtinflation.
Die WKO Oberösterreich meldet ein nominelles Umsatzplus von 2,3 Prozent: Die Branche erhöhte ihren Jahresumsatz um rund 1,5 Milliarden Euro auf insgesamt etwa 60 Milliarden Euro. Preisbereinigt ergibt sich ein reales Wachstum von 0,8 Prozent, das alle Handelssektoren erfasste – wenn auch in unterschiedlicher Stärke.
- Einzelhandel: nominell plus 2,3 Prozent, real plus 0,4 Prozent.
- Großhandel: nach zwei Jahren Rückgang wieder im Plus, nominell plus 1,9 Prozent, real plus 1 Prozent.
- Kfz-Wirtschaft: spürbarer Aufschwung mit nominell plus 6,5 Prozent, real plus 3,6 Prozent.
Gleichzeitig schrumpfte die Beschäftigtenzahl im Handel weiter. Insgesamt ging die Beschäftigung um 1,6 Prozent zurück. Besonders betroffen war der Großhandel mit einem Rückgang von 2,1 Prozent oder 797 Stellen; der Einzelhandel verzeichnete ein Minus von 1,5 Prozent, die Kfz-Branche einen moderaten Rückgang von 0,6 Prozent.
WKO-Spartenobmann Martin Sonntag kommentierte die Lage optimistisch: «Die Handelssparte bilanziert 2025 positiv und sieht für 2026 Anzeichen einer Erholung.» Er verweist auf WIFO-Prognosen, die für die Jahre 2026 und 2027 ein reales Wachstum der Bruttowertschöpfung im Handel von jeweils 1,4 Prozent und 1,7 Prozent erwarten. Die Konsumausgaben privater Haushalte sollen real moderat steigen, die Sparquote zurückgehen und die Inflation wieder deutlich niedriger ausfallen.
In Linz und anderen Regionen Oberösterreichs bleibt die Herausforderung, die Beschäftigungslage zu stabilisieren, während die Umsätze langsam wieder anziehen. Für Unternehmen und Politik steht 2026 damit im Zeichen einer vorsichtigen, aber spürbaren Erholung.