Leerstandsalarm in der Innenstadt: Bad Hersfelds Pläne für neue Anziehungspunkte
Leerstände bedrohen soziale Mitte der Stadt
Bad Hersfeld — Ein Rundgang durch die Fußgängerzone macht die Krise des innerstädtischen Handels sichtbar: Immer mehr leerstehende Ladenlokale und spürbare Strukturveränderungen prägen das Bild. Der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesbauministerium Sören Bartol informierte sich gemeinsam mit Mitgliedern der SPD-Stadtverordnetenfraktion vor Ort über die Lage und die geplanten Gegenmaßnahmen.
SPD-Stadtverordneter Dr. Thomas Handke sprach von einem schleichenden Wandel: «Wir erleben ein sterbendes Einzelhandelsangebot, verbunden mit Leerständen — wie in fast allen Städten Deutschlands.» Er betonte zugleich die zentrale Rolle der Innenstadt für gesellschaftliche Teilhabe und städtische Identität und forderte Maßnahmen zur Stabilisierung der Aufenthaltsqualität.
Der SPD-Fraktionsvorsitzende Karsten Vollmar legte konkrete Vorschläge vor. Ein Bereich rund um das traditionsreiche Lullusfeuer soll künftig, kompatibel zum Lullusfest, als gezielte Verweil- und Ruhezone gestaltet werden, um Besuchszeit zu verlängern und neue Anziehungspunkte zu schaffen. Ergänzend plant die Fraktion die Einführung eines regelmäßigen Samstagswochenmarkts an dieser Stelle, um Nahversorgung und Begegnung zu stärken. «Das Wochenende beginnt in Bad Hersfeld auf dem Markt» lautete die programmatische Aussage der Initiative.
Bürgermeisterin Anke Hofmann verwies auf Unterstützung aus dem Landesprogramm Zukunft Innenstadt. Die Stadt will unter anderem mit einem Pop-up-Store experimentieren, um innovative Geschäftsideen zu fördern und neue Impulse für das Stadtzentrum zu setzen. Solche temporären Formate sollen zudem Leerstände überbrücken und Kundenfrequenz zurückgewinnen.
Staatssekretär Bartol signalisierte seine Zustimmung zu den vorgestellten Konzepten und machte zugleich deutlich, dass nachhaltige Lösungen ein Verschränken von Wohnen, Arbeiten, Handel und Kultur erforderten: «Die Initiativen in Bad Hersfeld gehen in die richtige Richtung. Es ist entscheidend, alle Bereiche wieder stärker miteinander zu verzahnen, um lebendige Innenstädte zu erhalten.»
Der Besuch unterstrich, dass kommunale Initiativen, Landesprogramme und Bundesförderung Hand in Hand arbeiten müssen, um dem Strukturwandel wirksam zu begegnen und die Innenstadt zukunftsfähig zu machen. Als nächster Schritt stehen konkrete Umsetzungspläne für Pop-up-Konzepte, Wochenmarkt-Organisation und Aufenthaltsgestaltung auf der kommunalen Agenda.

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