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Hammer abgewickelt Ein Traditionsfachmarkt schließt alle Filialen und mehr als 1100 Beschäftigte verlieren Arbeit

29. Mai 2026

Einzelhandelskette Hammer wird endgültig abgewickelt und schließt alle Filialen

Porta Westfalica — Die Fachmarktkette Hammer ist offenbar nicht mehr zu retten. Nachdem das Unternehmen Anfang 2026 erneut Insolvenz anmeldete, stehen bis Ende Mai alle verbleibenden 21 Märkte vor der Schließung. Der Geschäftsbetrieb wird eingestellt, und mehr als 1100 Beschäftigte verlieren damit ihre Anstellungen. Zu den Betroffenen zählen Verkäuferinnen und Verkäufer ebenso wie Handwerkskräfte aus den Bereichen Raumausstattung, Bodenbelag und Polsterei.

Insolvenzverwalter Stefan Meyer bezeichnet die Lage als «außerordentlich bedauerlich». Zwar habe es zwischenzeitlich mehrere Interessenten gegeben, doch habe kein Abschluss zustande kommen können. Die zweite Insolvenz binnen kurzer Zeit verdeutlicht nach Ansicht von Branchenkennern, wie eng die wirtschaftlichen Spielräume für stationäre Spezialanbieter geworden sind.

Vom Aufstieg zur Entlassungswelle

Gegründet 1976 in Porta Westfalica, wuchs Hammer über Jahrzehnte zu einer bundesweit präsenten Fachmarktkette mit Schwerpunkt Raumausstattung und Heimtextilien. Nach der Pleite der Muttergesellschaft und einem ersten Einschnitt 2025 schrumpfte das Filialnetz bereits deutlich. Bis Ende März waren aus Mangel an Perspektive bereits Dutzende Standorte geschlossen worden; die jetzt beschlossene Abwicklung beendet das Kapitel endgültig.

Gründe für das Scheitern

Analysten sehen mehrere sich überlappende Ursachen, die das Unternehmen trotz etablierter Marke nicht mehr tragen konnten:

  • Einbrechende Nachfrage im Bau und Wohnbereich nach dem Corona-Boom
  • Verunsicherung der Kundschaft durch Inflation, steigende Energiepreise und Zinswende
  • Harter Wettbewerb durch Baumärkte, Möbelhäuser, Discounter und Onlinehandel
  • Hohe Fixkosten für Filialflächen, Mieten und Personal

Folgen und Perspektiven vor Ort

Für die betroffenen Regionen, insbesondere in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen, bedeutet die Schließung einen schmerzhaften Einschnitt. Leere Ladenflächen und der Verlust von Fachpersonal sind kurzfristig spürbar. Gleichzeitig laufen nach Angaben des Insolvenzverwalters noch Gespräche mit Vermietern und potenziellen Nachmietern, die eine neue Nutzung der Standorte prüfen. Es bestehe die Chance, dass einzelne Beschäftigte von Nachmietern übernommen werden und dass die Flächen nicht dauerhaft brachliegen.

Die Abwicklung von Hammer steht symptomatisch für die Herausforderungen des stationären Handels in Deutschland: Das Aus der Kette ist mehr als eine betriebswirtschaftliche Folge, es trifft Beschäftigte, Handwerksbetriebe und lokale Handelsstrukturen gleichermaßen.

Der Bericht stützt eine Nachricht von: merkur.de
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